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Geschichte und Kultur

 

Geschichte und Kultur
Als Urbevölkerung der Insel gelten die Wedda. Sie wurden im 5. Jahrhundert v Chr. von dem aus Nordindien stammenden indoarischen Volk der Singhalesen unterworfen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich der Buddhismus auf der Insel. Zu den großen Leistungen der singhalesischen Kultur, die etwa ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. ihre Blütezeit erlebte, gehörte der Bau weitreichender Bewässerungsanlagen.
Um diese Zeit, verstärkt jedoch zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert, drangen die Tamilen, ein drawidisches Volk hinduistischen Glaubens, aus dem benachbarten Südindien in den Norden der Insel ein. Dort entstand im 14. Jahrhundert ein Tamilenreich, während sich die Singhalesenkönige im Landesinnern und im Süden behaupten konnten. Die ethnisch-religiösen Gegensätze zwischen Singhalesen und Tamilen, die Sri Lankas unruhige Gegenwart prägen, haben ihren Ursprung in dieser frühen Epoche der Geschichte des Landes, das damals noch Ceylon hieß.

Drei Epochen des Kolonialismus
Die Kolonialgeschichte Ceylons gliedert sich in drei Epochen von jeweils rund 150 Jahren: Von 1505 bis 1656 herrschten auf der Insel die Portugiesen, anschließend bis 1796 die Niederländer, danach bis 1948 die Briten.
Seit 1902 war Ceylon britische Kronkolonie. Großbritannien bemühte sich, die Insel zu einer Art Musterkolonie zu machen. Einheimische waren auf allen Ebenen der Verwaltung und ab 1833 auch in der Legislative vertreten. Die Briten schufen außerdem die Grundlage für die Plantagenwirtschaft, holten tamilische Arbeiter aus Indien auf die Plantagen und führten das britische Unterrichtssystem ein. Zu den von ihnen eingerichteten Sozialdiensten gehörte die kostenlose Reisverteilung. So blieben dem Land blutige Freiheitskämpfe wie im nahen Indien erspart.
Anfang des 20. Jahrhunderts fanden weitergehende Änderungen der Verfassung statt; 1931 wurde schließlich ein Staatsrat eingerichtet, dessen Mitglieder in allgemeinen Wahlen gewählt wurden. 1947 trat eine neue Verfassung in Kraft, im Februar 1948 wurde Ceylon ein unabhängiger Staat im Commonwealth.
Schon in der ersten Periode der Unabhängigkeit traten die Klassengegensätze zwischen den singhalesischen (teils auch ausländischen) Großgrundbesitzern und Millionen von armen Landarbeitern, vor allem Tamilen, zutage. Die von den Briten ab 1840 in Südindien angeworbenen Plantagenarbeiter bildeten nun zusammen mit den Alteingesessenen Ceylon-Tamilen ein neues Minderheitenproblem.
Auf einer Welle des singhalesisch-buddhistischen Nationalismus, der sich in dieser Situation entwickelte, kam bei den Wahlen von 1956 Solomon Bandaranaike an die Macht. Nach seiner Ermordung 1959 folgte ihm seine Witwe Sirimavo als Ministerpräsidentin. 1972 erklärte sich das Land zur Republik und wurde in Sri Lanka umbenannt.

Anhaltender Bürgerkrieg
Sirimavo Bandaranaike gelang es nicht, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen. Ihre kommunistisch inspirierte und zunehmend repressive Politik führte 1977 zum Wahlsieg der Konservativen unter Junius Richard Jayawardene. Sein liberaler und pragmatischer Versöhnungskurs scheiterte an den sich entladenden Rassenspannungen. Die von Indien unterstützten Liberation Tigers of Tamil Eelam verlangten die Gründung eines autonomen Tamilenstaats im Norden Sri Lankas und unterstrichen ihre Forderung durch Terroranschläge. Im Gegenzug zerstörten Singhalesen zahllose Geschäfte und Betriebe im Süden, die Tamilen gehörten.
Trotz eines 1987 geschlossenen Vertrages, der den Gebieten mit tamilischer Mehrheit weitgehende Selbstverwaltung einräumte, wurde der Bürgerkrieg während der folgenden Jahre weitergeführt. Eine Wende zeichnete sich im November 1994 mit der Wahl von Chandrika Kumaratunga zur Präsidentin ab. Doch der auf ihre Initiative hin im Januar 1995 erklärte Waffenstillstand mit den Liberation Tigers of Tamil Eelam wurde schon drei Monate später wieder gebrochen. Die Kämpfe eskalierten erneut. Im April 1996 verhängte Präsidentin Kumaratunga den Ausnahmezustand über die ganze Insel. Schätzungen zufolge hat der Bürgerkrieg bereits mehr als 50000 Menschenleben gekostet.

Buddhistisch geprägte Kultur
Die Kultur des Landes ist weitgehend durch den ceylonesischen Buddhismus geprägt. In Architektur, Skulptur und Malerei wie auch in der Dichtkunst besitzt Sri Lanka ein reiches Erbe. Besonders in den drei alten Königsstädten der Singhalesen finden sich Überreste bedeutender Kunstdenkmäler. In Anuradhapura, das um die Zeitenwende seine Blütezeit erlebte, sind es vor allem mächtige Dagobas - über buddhistischen Reliquien errichtete Pagoden. In der Dschungelstadt Sigiriya wurde ein ganzer Burgfelsen bemalt. Einzigartig sind hier die Freskomalereien aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Zwischen dem B. und 13. Jahrhundert entstanden in Polonnaruwa vielstöckige Ziegelbauten - darunter der LankatilakaTempel und das runde Reliquienhaus Vata Daga - sowie eine in den Fels gehauene Dreiergruppe des stehenden, sitzenden und liegenden Buddha.
Im literarischen Bereich hat sich die tamilische Sprachgruppe stets nach Südindien ausgerichtet, während die singhalesische eine eigenständige Literatur hervorgebracht hat. Von religionsgeschichtlicher Bedeutung sind die kanonischen Schriften des Buddhismus in Pali (1. Jahrhundert v.Chr.) und die dazugehörigen Erklärungsschriften aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Die wissenschaftliche Literatur in Singhalesisch umfaßt Geschichtschroniken (ab dem 5. Jahrhundert) sowie astrologische und religiöse Schriften. Im 14. Jahrhundert entstand eine typisch ceylonesische Form der Dichtkunst, die religiös inspirierte Sandesa-Poesie. Es gibt außerdem eine reiche Volkspoesie. In der Prosa, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts durchzusetzen begann, sind der Kampf gegen die Europäisierung des Landes und die Rassenkonflikte der Gegenwart vorherrschende Themen.

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